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"Kathedrale" von Martin Hennig
Der 1970 in Rosenheim geborene zeitgenössische Künstler Martin Hennig, der auch unter dem Anagramm Nitram Ginneh firmiert, ist enthusiastischer Electronic-Jazz-Addict, Gelegenheits-DJ und leidenschaftlicher Fan von amerikanischen Comic-Helden, die er in seiner Jugend unermüdlich aufs Papier bannte, bevor er zum Pinsel griff und die Malerei für sich entdeckte. Seither ist sie für ihn eine innere Notwendigkeit geworden.
Die Serie "Kathedralen"entstand 2010 in München-Schwabing. Hennig malt, schüttet und spielt mit Farbe. Das Ungewöhnliche dabei: Neben Öl-, Tusche, Acryl- und Aquarellfarbe können das auch mal Bier, Säfte und Kaffee, Sirup oder ein Gewürz sein. Hennig verarbeitet auch Kupfer, Gold sowie Eisen und lässt es oxidieren. So entstehen leuchtende Kathedralen, die Material und Magie verbinden. Die Kirchen sind - statisch korrekt sozusagen - teils fotografischen Entwürfen entlehnt und mit Marmormehl und Sand errichtet.
Dieses oszillierende Farbenspektrum kann nur in vielen mutigen Schichten und fließenden Bahnen erzeugt werden. Auf den Bildern sind Einsprengsel der Wirklichkeit zu entdecken, hier sind es Models aus Zeitungen, da scheint der Geist eines alten Baumeisters zu schweben und dort symbolisiert ein Schmetterling den Übertritt in eine andere Welt. Die Technik, die Collagen, die Vorlagen und die farbliche Abstraktion bilden letztlich eine Klammer von der Vergangenheit über das Heute bis hin zu einer zeitlosen Zukunft. Die gemalten Kathedralen, gebaut auf soliden Fundamenten, sind somit Projektionsflächen für mutige Träume.
Alle Bilder © Martin Hennig
Bildnutzung jedweder Art untersagt.




